Römische Stadtmauer Köln • lichternte.koeln
Köln blickt auf eine fast 2000 jährige Stadtgeschichte zurück, an deren Anfang die Römer standen. Als das damalige Köln eine Colonia wurde bauten die Römer eine beindruckende Stadtmauer. Von der Mauer sind auch heute noch einige Fragmente vorhanden die man sich anschauen kann. Allerdings nur, wenn man weiß, wo man suchen muss.
Leider geht die alte Mauer im heutigen Stadtbild etwas unter und es gibt nicht besonders viele Hinweise auf sie. Wenn man Glück hat, stößt man auf eine der Reliefplatten, die an einigen Fragmenten im Boden eingelassen sind. Nur dort bekommt man einen Eindruck davon, wo die Mauer (am heutigen Stadtbild gesehen) verlaufen ist.
Wie ich finde wird Köln der römischen Mauer (so) nicht gerecht!

Darum habe ich diese virtuelle Tour erstellt, wo ich mit Hilfe von 360°/180° Kugelpanoramen und Bildern den Verlauf und die einzelnen Fragmente zeigen möchte. Die verwendeten Kugelpanoramen sind alle von mir selbst erstellt worden.

Die Tour startet auf der Domplatte in Köln am Seitendurchgang des Nordtors. Ich möchte einladen dem Verlauf der Mauer zu folgen und vielleicht auch mal einen Spaziergang zu machen, um sich noch vorhandenen Reste der Mauer vor Ort anzuschauen.

Innerhalb der Kugelpanoramen kann über Hotspots (blinkenden Kreise) zum nächsten bzw. zum vorhergehenden Panorama gesprungen werden. Innerhalb des Kartenmoduls kann über die blauen Pins ebenfalls direkt auf den jeweiligen Standort gesprungen werden.

In der Tour gibt es rechts immer zwei zwei rote Hinweisfelder über die weiter Informationen eingeblendet werden können. Bei dem oberen werden weiter Informationen zu dem Fragment angezeigt, bei dem unteren gibt es eine Beschreibung, wie der Verlauf der Mauer war, und wie man gehen muss, wenn man dem der alten Mauer zu Fuß folgen möchte.

Die römische Stadtmauer von Köln

49 n. Chr. heiratete Agrippina (die Jüngere) den 3. Kaiser von Rom, ihren Onkel Claudius. Agrippina erlangte eine, für eine Kaiserin, außergewöhnliche Machtstellung. Um dies auch im Reich zu demonstrieren, veranlasste sie ihren Gemahl 50 n.Chr., ihre Geburtsstadt, das Oppidum Ubiorum, zu einer Kolonie römischen Rechts zu erheben (nachdem er seine Geburtsstadt Lugdunum - das heutige Lyon zur Colonia ernannt hatte). Das Oppidum Ubiorum führte fortan den klangvollen Namen Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA).
Colonia bedeutet Kolonie römischen Rechts, Claudia weist auf den Kaiser Claudius hin, Ara steht für einen Altar (zur Anbetung Romas) und Agrippinensium ist der Hinweis auf Agrippina. Der Name war damals schon ein kleiner Skandal, da dies die einzige Colonia war, die einen Frauennamen beinhaltete. Somit musste jedem kleinen Staatsbediensteten klar sein, wie der Wind in Rom wehte.

Eine Colonia war eine Stadt nach römischem Recht, wurde nach römischem Vorbild angelegt und hatte das Recht auf eine Stadtmauer. Eine Stadt römischen Rechts bedeutete für die Bürger aber auch eine Gleichstellung mit den Bürgern Roms und beinhaltete folgende Rechte:

  • Das Wahlrecht
  • Das Recht Soldat in der römischen Legion zu sein
  • Das Recht in ein Verwaltungsamt gewählt zu werden
  • Das Recht auf persönliches Eigentum
  • Das Appelationsrecht, hierbei konnte gegen eine Entscheidung des Magistrats das Volk angerufen werden

Die CCAA erhielt als Verteidigungsbauwerk eine knapp 4 km lange und ca. 8 m hohe Stadtmauer mit 9/11 Stadttoren (1 im Norden, 3 im Westen, 2 im Süden, 3 (bis 5) kleinere im Osten zum Hafen/Rhein), weitere 19 runde Wehrtürmen und 1 großen quadratischen Turm in der SO-Ecke, das Ubiermonument. Die Mauer ist um 90 n. Chr. gebaut worden, frühere Schätzungen gingen allerdings von 50 bis 70 n. Chr. aus.

Noch heute kann man im Stadtbild des heutigen Köln einzelne Fragmente der Mauer erkennen und die Ausdehnung der römischen Stadtmauer erahnen. Die Bauweise der Mauer war über den gesamten Verlauf gleich. Ein bis zu 3 m hohes Fundament, mit einer darüber gebauten Mauer in 2,40 m Breite und mindestens 7,80 m Höhe. Außen wie innen wurde eine Wand aus Grauwackquadern errichtet und der Zwischenraum schichtweise mit opus caementicium, dem römischen Beton aufgefüllt. Vor der Mauer lag ein 9 bis 12 Meter breiter Graben mit einer Tiefe von 3 bis 4 Metern.


Mauertour mit VR-Brille

Die virtuelle Tour oben ist mit zusätzlichen Informationen wie Text und Bildern angereichert. Da die Tour auch die Möglichkeit bietet mit einer VR-Brille zu erleben, sind unter dem folgenden Link die einzelnen Stationen der Tour für das VR-Erlebnis optimiert, auch der Text und das Menü sind dann nicht mehr verfügbar. Es wird ein neues Fenster im Browser geöffnet.